Kaum neigt sich der Winter dem Ende, setzt nicht nur der Fellwechsel beim Hund ein, auch die Zeckensaison beginnt. Grund genug, schon rechtzeitig gewappnet zu sein, damit sich Fellpflegeaufwand und Zeckenbefall möglichst in Grenzen halten.

Hilfmittel für Fellpflege
Die Hilfmittel zur Fellfplege variieren je nach Fellbeschaffenheit.

Gerade im Frühjahr verdient das Fell Ihres Hundes erhöhte Aufmerksamkeit. Die trockene Heizungsluft während des Winters, aber auch der natürliche Fellwechsel verlangen Haut und Haaren Ihres Vierbeiners einiges ab. Bürsten und kämmen Sie Ihren Hund nun öfters und helfen Sie ihm auf diese Weise, sich von seinen abgestorbenen Haaren zu erleichtern, die ihm teilweise in ganzen Büscheln ausgehen. Ausserdem wirken Sie mit einer sorgfältigen Fellpflege störenden Verfilzungen entgegen.

Der Fachhandel hält hierfür für jede Haarart umfassendes Zubehör bereit. Für den dichten Pelz eines wuscheligen Langhaarhundes verwenden Sie beispielsweise zunächst einen Langhaarstriegel oder einen Entfilzungskamm. Anschliessend wird mit einer Zupfbürste nachgearbeitet. Für stockhaarige Vierbeiner stehen spezielle Stockhaarstriegel zur Verfügung. Bei Kurzhaarhunden bürsten Sie mit einem Naturhaarstriegel. Ein Noppenhandschuh dient ebenfalls der Fellpflege kurz- und stockhaariger Vierbeiner und hat nebenbei noch einen hervorragenden Massageeffekt, der die Durchblutung der Haut anregt. Selbst ein Bad mit einem speziellen, milden Hundeshampoo kann während des Fellwechsels einmal nötig sein. Baden Sie Ihren bellenden Freund jedoch generell nicht zu oft, sonst kanZeckentafeln sich der pH-Wert der Haut verändern und der schützende Fettfilm des Fells darunter leiden.

Zu einem glänzenden Haarkleid trägt auch eine gesunde Ernährung bei, denn Schönheit kommt bekanntlich von innen. Besonders wichtig sind dabei die Vitamine A und E sowie Zink, ausserdem essenzielle Fettsäuren wie Omega-3 und Omega-6. Gerade während des Fellwechsels, der häufig mit stumpfem Fell, Schuppen, Haarausfall, Juckreiz, fettiger Haut und Infektanfälligkeit einhergeht, geben Sie ab und zu einen Löffel Maiskeim-, Sonnenblumen-, Distel-, Lein- oder Fischöl über das Futter. Ausserdem eignet sich eine Kräutermischung aus Löwenzahn, Birkenblättern, Brennnessel und Ackerschachtelhalm, um den Haarwechsel von innen heraus zu unterstützen. Entsprechende Fertigpräparate bekommen Sie im Fachhandel. Hochwertiges Eiweiss ist ebenfalls unverzichtbar. Auch Hefe und Biotin verhelfen zu einer gesunden Haut und glänzendem Fell. Hunde, die rassebedingt getrimmt oder geschoren werden müssen, sollten mit steigenden Temperaturen eine entsprechende «Frisur» erhalten.

 

Die Zeckenzeit beginntHundewäsche

Je nach Gegend und Wetter dauert die Zeckensaison etwa von März bis November. Suchen Sie in dieser Zeit Ihren Hund und sich selbst täglich nach den lästigen Blutsaugern ab und entfernen Sie gefundene sofort mit einer speziellen Zeckenzange oder einem Zeckenhaken. Zerdrücken Sie die Zecken nicht und tropfen Sie, wie früher häufig propagiert, weder Öl noch Klebstoff auf die Tiere. Werden die störenden Krabbler unsachgemäss «angepackt», geben sie im Todeskampf erst recht infektiöse Keime an ihr Wirtstier ab. Die unangenehmen Parasiten können gefährliche Krankheiten wie Borreliose, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Babesiose, Ehrlichiose oder Anaplasmose übertragen. Hundehalter sollten sich überlegen, ob sie sich gegen FSME impfen lassen wollen, denn diese Erkrankung kann lebensbedrohlich sein.Für Hunde gibt es eine Borrelioseimpfung, die jedoch sehr umstritten ist, da sie nur gegen einige bestimmte Borrelienarten schützt und ausserdem mit starken Nebenwirkungen einhergehen kann. Babesiose und Ehrlichiose kommen allmählich aus den Mittelmeerländern zu uns. Auch die Anaplasmose ist hierzulande auf dem Vormarsch. Gegen die durch Babesien verursachte, sogenannte Zecken im Fell«Hundemalaria» liegt inzwischen ebenfalls ein Impfstoff vor, jedoch ist auch dessen Nutzen-Risiko-Verhältnis umstritten.

Der beste Schutz gegen Erkrankungen durch Zecken scheint also immer noch das regelmässige Absuchen nach den Blutsaugern und deren sofortige Entfernung zu sein. Und je besser es dem Vierbeiner geht – psychisch und physisch, desto weniger empfänglich ist er für Parasiten oder Krankheiten. Eventuell ist eine entsprechende Prophylaxe mit Präparaten vom Tierarzt angebracht (beispielsweise Spot-On-Präparate, Halsbänder, Pulver und so weiter). Da es hier jedoch ganz unterschiedliche Verträglichkeiten und teilweise starke Nebenwirkungen gibt, lassen Sie sich diesbezüglich am besten individuell von Ihrem Tierarzt oder Tierheilpraktiker beraten.

Auch Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kräutermischungen mit zugesetztem Vitamin B haben sich in vielen Fällen als wirksame Prophylaxemassnahme erwiesen. Allerdings scheint die Wirksamkeit von Hund zu Hund unterschiedlich stark ausgeprägt zu sein. Ein Ausprobieren verschiedener Präparate kann hier also nötig sein. Zudem sollte bereits im Winter mit der Gabe begonnen werden, denn es dauert eine Weile, bis diese Nahrungsergänzungsmittel ihre volle Wirkung entfalten, die darin besteht, den Hautstoffwechsel auf günstige Art zu beeinflussen, sodass Zecken keinen Gefallen mehr an einem Biss finden. Häufig tragen solche Präparate aufgrund ihrer Wirkungsweise auch zu einem schöneren Fell bei.Hunde mit diversen ätherischen Ölen wie Teebaum-, Neroli-, oder Kokosöl einzureiben, ist nicht ganz unumstritten. In jedem Fall sollte der Vierbeiner das Öl nicht aus dem Fell ablecken können. Manche Hundehalter schwören zudem auf Bernsteinketten, andere haben beste Erfahrungen mit am Halsband befestigten Baby-Hygienetüchern gemacht, mit denen vor jedem Spaziergang auch die Beine des Hundes abgerieben werden. Es scheint also durchaus einige Mittel zur Abwehr der lästigen Blutsauger zu geben. Nicht jeder Trick hilft jedoch bei jedem Vierbeiner. Probieren Sie aus, was bei Ihrem Hund nützt.

Text: Annette Schmitt
Quelle: Schweizer Hunde Magazin

Weitere Frühlingstipps

  • Passen Sie bei Bedarf die Futtermenge der allmählich erhöhten Aktivität Ihres Vierbeiners an.
  • Beachten Sie bei Vitaminpräparaten aus dem Fachhandel die genaue Dosierung, denn zu viele Vitamine können schaden.
  • Vergessen Sie auf Frühlingsausflügen einen Wasservorrat sowie ein Erste-Hilfe-Set für unterwegs nicht.
  • Leiden Sie oder Ihr Hund an einer Pollenallergie, verlegen Sie ausgedehnte Wanderungen lieber in die kühl-feuchten Morgen- und Abendstunden oder auf Regentage.
  • Passen Sie ein Fitnessprogramm unbedingt der Grösse, dem Alter, der Kondition und Konstitution Ihres Hundes an.
  • Wasserratten aufgepasst: Gewässer sind im Frühjahr oft noch sehr kalt (Erkältungsgefahr).
  • Nehmen Sie Ihren Vierbeiner in wildreichen Gegenden an die Leine, damit Jungtiere nicht gejagt oder aufgeschreckt werden. Spass und Abwechslung sind trotzdem gegeben, wenn Sie unterwegs kleine Gehorsamsübungen, Apportier- und Geschicklichkeitsspiele, Tempo- und Richtungswechsel einbauen.

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