Bianca und Andreas hätten im Mai 2020 ein grosses Hochzeitsfest feiern sollen. Weil das nicht ging, wurden sie von ihren Trauzeugen nach ihrer zivilen Trauung entführt und mit einem
beeindruckend cleveren Hochzeitsplan überrascht und beglückt – was für echte Freunde!

Sie erlebten das, was Paaren in diesen Zeiten bangt: Bianca und Andreas mussten ihre bis ins Detail geplante Traumhochzeit wegen der Corona-Massnahmen 30 Tage vorher absagen – autsch! Ja, sie waren im ersten Moment enttäuscht, aber Bianca und Andreas wären nicht sie, wenn sie nicht aus ihrer Not eine Tugend gemacht hätten. «Komme, was wolle, wir heiraten!», haben sie sich gesagt. So warfen sie sich am 20. Mai 2020 für die zivile Hochzeit anstatt in die dafür vorgesehenen Kleider gleich in die teuren Festroben und verschoben alles andere aufs nächste Jahr: Die Trauung auf Schloss Arbon mit Live-Musik, das Essen, die Party mit DJ im Tipizelt und das Frühstück am nächsten Morgen mit den 120 Gästen. Nie hätten sie sich erträumt, dass sich ihre verschobene Hochzeit toppen liesse. Doch es geschah, ganz unerwartet und besser als jeder Traum.

 

HOCHZEIT MIT HINDERNISSEN

Das Paar lernt sich im April 2014 am Königstag in Holland kennen, wo Bianca aufwächst. Aus dem zufälligen Treffen entwickelt sich die grosse Liebe, die Andreas Jahre später während eines Afrikaurlaubes unter den Sternen mit einem Verlobungsring krönt. Wieder zuhause machen sich die beiden an die Hochzeitsvorbereitungen; es soll der Traumevent werden und die Gäste aus Holland und der Schweiz verzaubern. Doch Corona macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. «Wir haben ein eigenes Reisebüro und merkten bald, dass einerseits die zivile Trauung auf vier Personen beschränkt wurde und andererseits die niederländischen Gäste an unserer Hochzeit fehlen würden», erinnert sich das Paar. Mitte April – ein Monat vor der Hochzeit – kam dann die Gewissheit, dass es nicht wie geplant zum Hochzeitsfest im Mai kommen würde. So verschoben sie resigniert die Feier um ein ganzes Jahr. «Die zivile Hochzeit im Rathaus haben wir aber durchgezogen, obwohl wir noch einen Tag vorher nicht wussten, ob meine Trauzeugin und Schwester mit ihrer Familie aus Holland anreisen durfte. Es blieb spannend bis zum Schluss», berich- tet Bianca.

 

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Auf der Parkbank vor dem Standesamt jubelten die engs- ten Familienmitglieder mit dem iPad in der Hand zum livegestreamten Ja-Wort von Bianca und Andreas.
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Die Frischvermählten schauen sich auf dem Weg zum Foto- termin im Auto die ersten Glück- wünsche der niederländischen Familienangehörigen auf dem iPad an.

Am festgelegten Mittwoch erschien das Paar pünktlich mit den Trauzeugen im Gemeindehaus zur Heirat, mehr Personen waren leider nicht zulässig. Damit alle andern auch dabei sein konnten, übertrugen sie ihre Trauung live per Streamingdienst (Zoom). Draussen auf der Parkbank jubelten die engsten Familienmitglieder mit dem iPad in der Hand zum Ja-Wort, so auch Biancas zweite Trauzeugin Valeria, die das Ganze im Vorfeld nah miterlebt hatte und ihr in dem Moment so gerne um den Hals gefallen wäre. Als Mr. & Mrs. erhielt das Paar dann draussen die Freude ihrer Liebsten in echt zu spüren. «Jetzt noch das Fotoshooting im Park, ein Abendessen mit den Trauzeugen und Ende der Geschichte», dachte sich das Paar. Doch es machte die Rechnung nicht mit ihren zwei hingebungsvollen und cleveren Trauzeugen, die auch aus besonderen Umständen herausragende Möglichkeiten erschaffen. Diese Herzensmenschen organisierten nach dem Fotoshooting für das Paar einen Wedding-Parcours – die schlauste und einfallsreichste Hochzeitsidee des Jahres!

 

 

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«Kurz nach unserer Trauung wurden wir am auf dem Weg zum Freudenberg am ersten Posten abgesetzt», erzählt Bianca begeistert. «Dort warteten Andreas «Gotti» und ihr Mann mit einem Raclette auf uns. Dann bekamen wir eine Karte mit gekennzeichneter Route und den entsprechenden Posten, die es zu besuchen galt. Unsere Freunde hatten uns sogar andere Schuhe besorgt, falls es mit unseren festlichen Schuhen nicht funktionieren würde. Wir hatten keine Ahnung, wer entlang der Route auf uns warten würde noch, was uns erwartete. Vorab soviel: Es war alles super organisiert!

«Sei stur

mit deinen Zielen, aber flexibel

mit dem Weg dorthin.»

Für uns als Brautpaar war die Parcours-Idee ideal. Man sieht alle seine Liebsten, kann sich für alle Zeit nehmen, hat aber dazwischen auch immer wieder Pausen um auch mal nur zu zweit alles zu geniessen», schwärmen beide auch heute noch mit einem Gesichtsausdruck, den man von Kindern kennt, die auf den echten Weihnachtsmann treffen.

 

ICH ODER DU

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Auf ihrem Rutenlauf wurden die beiden alle 200 bis 300 Meter von ihren auf dem Weg verstreuten Freunden und Familienmitgliedern mit einer einmal lustigen, mal spannenden, mal herzerwärmenden Einlage überrascht. Jede Station durfte nicht länger als 10 Minuten ihres Tages in Anspruch nehmen. Des Weges gab es viel zu trinken, viel zu spielen und viel zu lachen. Vor allem gab es viel Liebe von Freunden und Verwandten, die ihr Bestes gaben, um den beiden einen unvergleichlichen und unvergesslichen Hochzeitstag zu ermöglichen. «Wir spielten

«Ich oder Du», Dart, Gummitwist und andere Spiele», erinnert sich Andreas erfreut, «bei einem Posten mussten wir blind schmecken, ob ein Lebensmittel aus der Schweiz oder aus den Nieder- landen kam. An einem anderen haben wir Bräuche aus verschiedenen Ländern nachgelebt, wie etwa die Braut über die Schwelle zu tragen und Geschirr zu zerschlagen – das war ein Riesenspass.»

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«Ja, und nach jedem Posten waren wir super neugierig, was wir als nächstes erleben dürften und vor allem mit wem – es war fantastisch», schwärmt Bianca. Andreas musste sogar entsprechend einem dänischen Hochzeitsbrauch ein Loch in seine Socke schneiden. Auch der Brautstrauss wurde auf dem Parcours geworfen. Das Paar bekam aus verschiedenen Ländern Bier ausgeschenkt, das mit ihrer gemeinsamen Geschichte zu tun hatte, es hat Roulette gespielt und es wurde sogar von Andreas Vater mit einer Gesangseinlage überrascht. So ging das Posten für Posten, überall wurden Bilder gemacht und Tränen gelacht. «An unserer letzten Station hat man uns mit einem weissgedeckten, schön dekorierten Tisch überrascht. Eine Freundin von uns spielte Geige, während wir ein Dreigangmenu genossen», ergänzt Bianca.

 

AUSKLANG ZUHAUSE

Swiss WeddingNach dem Postenlauf ging das Paar nach Hause, ass im engsten Kreis zu Abend, sah sich die Filme von Biancas Familienangehörigen und Freunden aus den Niederlanden an, die nicht dabei sein konnten, und tanzten noch bis spät. «Einen besseren Tag hätten wir uns nicht wünschen können», schliesst Bianca begeistert ab. «Wenn Familie und Freunde aus den Niederlanden dabei gewesen wären und mein Vater mich zur Trauung hätte begleiten dürfen, wäre der Hochzeitstag absolut perfekt gewesen. Wir wünschen jedem Brautpaar einen solch schönen Tag.» Das wünscht auch die Redaktion, und ebenso unglaublich tolle Trauzeugen

– Chapeau!

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Name und Alter der Braut: Swiss Wedding
Bianca, 37 Jahre

Name und Alter des Bräutigams:
Andreas, 31 Jahre

Hochzeitsdatum: 20. Mai 2020 Brautkleid (Marke) Jesus Peiro Gekauft bei: Liluca

Anzug gekauft bei: Baumann Mode

Trauringe:   Meister Trauzeugen: Mariska Kruijer, Valeria Sidler, Roman Schläpfer Fotografin: Raquel Sandoval Floristen: Nicole von Floristerei Schilling

Ort der Trauung: Rathaus St. Gallen

Festlocation: Drei Weihern, Freudenberg, St. Gallen

Art der Hochzeit: Postenlauf Anzahl Gäste: 2 (zivile Hoch- zeit), 60 auf dem Postenlauf, 30 virtuell am Abend per Video Botschaft

 


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