Wenn von langen Nächten die Rede ist, drehen sich die Gedanken sofort um rauschende Feste, wilde Parties, abspacen im Club oder Ähnliches. Doch wer sich dem Grenzenlosen hingeben will, sprengt die vier Wände und begibt sich in die laue Nacht, lässt sich tief beeindrucken und …wünscht sich was!

Text: Klaus Theiler, theilerfoto.ch

 

GALAKTISCHE MYSTHIK

Galaktische Mysthik
© 2019 Vaclav Ourednik / alpineastrovillage.net

Wer sich nachts, alles andere als romantisch, eine Insektenschutz-Dusche verpasst, dann aber, sehr wohl romantisch, in eine Hängematte sinkt und in die Ewigkeit blickt, wird kein blaues Wunder erleben. Denn das Spektrum der Farben ist grenzenlos, auch wenn von blossem Auge oft nur weisse Punkte wahrnehmbar scheinen.

 

‚JAHRE‘ SIND HIER KEINE ZEITANGABE

Mit Kilometern kommt man den galaktischen Distanzen nicht bei. Licht braucht für 300 Tausend Kilometer gerade mal eine Sekunde. In 8 Minuten und 19 Sekunden legt das Licht die Distanz von der Sonne zur Erde zurück, also rund 150 Millionen Kilometer. Man nennt das ‚Astronomische Einheit‘. 63 Tausend solcher Einheiten sind ein Lichtjahr. Das 12 Millionen fache davon ist die Distanz zur ‚Messier 81‘ Spiralgalaxie im Sternbild des grossen Bären. Man kann mit dem Feldstecher 12 Millonen Jahre in die Vergangenheit sehen!

 

 

 

 

Pferdekopf
© 2019 Paul Hug / paul-hug.com

SCHAUPLATZ DES COMPUTERSPIELS ‚ELITE: DANGEROUS‘

‚Orion‘ entstammt der griechischen Mythologie. Als monumentaler Jäger wird er von seinen Jagdhunden ‚Sirius‘ und ‚Procyon‘ begleitet. Orion regte seit jeher die Fantasie der Menschen an, sei es im ‚Raumschiff Orion‘, im Computerspiel ‚Elite: Dangerous‘ oder bereits beim Volk der Maya als Abbild des Rauchs einer Feuerstelle.

 

EIN PFERDEKOPF AUS KALTEM GAS UND STAUB

In eben diesem Sternbild Orion befindet sich der sogenannte Pferdekopfnebel. Dieser ist mit einer Entfernung von 1500 Lichtjahren zweitausendmal näher als der Orionnebel. Er kann zwar aufgrund seiner äquatornahen Position von überall auf der Erde beobachtet werden. Aufgrund seiner geringen Lichtintensität jedoch nicht von blossem Auge, sondern nur mit entsprechenden Teleskopen.

 

 

 

© 2018 Klaus Theiler / theilerfoto.ch

WENN DER MOND VERSTECKEN SPIELT

Von einem beliebigen Ort auf der Erde findet Im Durchschnitt alle rund zweieinhalb Jahre eine totale Mondfinsternis statt. Das heisst, dass sich der Mond total im Erdschatten befindet und sich dann nahezu blutrot färbt (‚Blutmond‘). Die Dauer beträgt zwischen wenigen Minuten und nahezu 1 ¾ Stunden. Im Juli 2018 dauerte dieses Phänomen von 21.30 Uhr bis 23:13 Uhr und wird somit als ‚Jahrhundert-Mondfinsternis in die Geschichte eingehen.

 

LOCKER VON ZUHAUSE AUS…,

…klarer Nachthimmel vorausgesetzt, können Himmels-Phänomene wie Vollmond, Mondfinsternisse, Meteorschauer (wenn sie jeweils um den 12. August auftreten) oder die Milchstrasse beobachtet werden. Wenn letztere Mitte Juli um Mitternacht über dem Südhimmel sich emporreckt, begegnet man einer 13 Milliarden Jahre alten Geschichte.

 

 

 

 

 

Gletschermühlen Alp Mora
© 2018 Klaus Theiler / theilerfoto.ch

MANCHMAL GAR VON DER BADEWANNE AUS

Die Gletschermühlen auf der Alp Mora in Graubünden haben ein Alter, das kleiner als der millionste Teil davon ist. Über Jahrhunderte schliffen Wasserstrudel die Felsen zu kleinen Badewannen.

 

Wünsche im August
© 2018 Paul Hug / paul-hug.com

WÜNSCHE? IM AUGUST IMMER!                         

Es ist ein jährliches Schauspiel, wenn von einem scheinbaren Punkt am Nachthimmel aus stündlich bis zu hundert Sternschnuppen (hier ‚Perseiden‘) hervor schiessen. Dieser Punkt liegt im Sternbild des Perseus. Die stärkste Aktivität wird in der Nacht vom 12. auf den 13. August erwartet, wenn die Erde auf ihrer Bahn einmal mehr die Staubspur eines sich auflösenden Kometen kreuzt. Wenn die Staubteile die Luftmoleküle der Atmosphäre zum Glühen bringen, ist die Zeit für Wünsche gekommen…

 

                                                                     

 

Polarlicht im Mondschein
© 2018 Klaus Theiler / theilerfoto.ch

NÄCHTLICHE GRÜSSE DER SONNE

Das direkt eintreffende Licht der Sonne braucht gut 8 Minuten, bis es bei uns eintrifft. Schleudert sie jedoch elektrisch geladenes Plasma ins All, dauert die Reise zur Erde, man nennt das ,Sonnenwind‘, zwei bis vier Tage. Dieser wird durch die Erdmagnetfelder Richtung Erdpole geleitet und regt in der hohen Erdatmosphäre Atome zum Leuchten an. Bei Sauerstoff entsteht in tieferen Schichten grünes, in höheren rotes Licht. Bei Stickstoff ist das Licht violett bis blau. Dieses unheimlich schöne Phänomen erfordert aber eine Reise in polare Gebiete. Anstelle von Sonnen- und Insektenschutz tritt der Kälteschutz…

 

 

 

 

 

 

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